Der Sommer ist die Zeit für Urlaub, Reisen und unbeschwerten Genuss. Während wir fleißig Koffer packen und den wohlverdienten Urlaub planen, vergessen wir jedoch oft die stillen Bewohner unseres Zuhauses, die Zimmerpflanzen. Hohe Temperaturen, sonnige Tage und eine längere Abwesenheit können schnell zu Problemen führen, da Pflanzen im Sommer deutlich mehr Wasser als gewöhnlich benötigen.
Die gute Nachricht ist: Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie dafür sorgen, dass Ihre Zimmerpflanzen auch dann gesund und prachtvoll bleiben, wenn Sie nicht zu Hause sind. Wir präsentieren Ihnen praktische Tipps und bewährte Tricks für die Bewässerung von Zimmerpflanzen während des Urlaubs.
Vor der Abreise: Den Wasserbedarf der Pflanzen einschätzen
Nicht alle Zimmerpflanzen haben denselben Durst. Sukkulenten, Kakteen und die Glücksfeder (Zamioculcas) überstehen problemlos zwei bis drei Wochen ohne Gießen. Tropische Pflanzen wie Monstera, Calathea, Einblatt oder Farne hingegen zeigen einen Feuchtigkeitsmangel viel schneller.
Nehmen Sie sich vor der Abreise ein paar Minuten Zeit und teilen Sie Ihre Pflanzen in Gruppen ein:
Pflanzen mit geringem Wasserbedarf
Pflanzen mit mittlerem Wasserbedarf
Pflanzen, die ein konstant feuchtes Substrat benötigen
So fällt es Ihnen leichter, für jede Gruppe die passende Pflegemethode auszuwählen.

Gründliches Gießen vor der Abreise
Gießen Sie Ihre Pflanzen ein oder zwei Tage vor dem Urlaub durchdringend. Am besten stellen Sie die Töpfe in die Badewanne, ins Waschbecken oder in eine große Schale mit Wasser, sodass sich das Substrat durch die Drainagelöcher von unten vollaugen kann.
Sobald die Erde gut durchfeuchtet ist, lassen Sie das überschüssige Wasser gründlich ablaufen. Auf diese Weise haben die Wurzeln in den kommenden Tagen ausreichend Wasservorrat zur Verfügung.
Wichtig: Gießen Sie die Pflanzen nicht übermäßig im Sinne von Staunässe. Wenn Pflanzen dauerhaft im Wasser stehen, kann dies zu Wurzelfäule führen, was oft gefährlicher ist als eine kurze Trockenperiode.
Pflanzen weg von der direkten Sonne bewegen
Einer der größten Fehler ist es, die Pflanzen während des Urlaubs auf einer sonnigen Fensterbank stehenzulassen. Direktes Sonnenlicht verstärkt die Verdunstung über das Substrat und die Blätter massiv.
Stellen Sie die Pflanzen vor der Abreise um:
Etwas abseits von Südfenstern
In einen hellen, aber schattigen Raum
An einen Ort ohne heiße Nachmittagssonne
Dadurch verbrauchen sie deutlich weniger Wasser und überstehen Ihre Abwesenheit viel leichter.
Pflanzen in Gruppen arrangieren
Pflanzen schaffen ihr eigenes Mikroklima. Wenn Sie sie dicht zusammenstellen, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit in ihrer unmittelbaren Umgebung, was wiederum die Verdunstung reduziert.
Am besten gruppieren Sie sie in einem hellen Raum ohne Zugluft und starke Sonneneinstrahlung. Zwischen die Töpfe können Sie Schalen mit feuchtem Blähton oder Kieselsteinen stellen, um die Luftfeuchtigkeit zusätzlich zu erhöhen. Dieser einfache Trick ist besonders für tropische Zimmerpflanzen Gold wert.
Automatische Bewässerungssysteme nutzen
Wenn Sie länger als eine Woche weg sind, ist ein automatisches Bewässerungssystem eine der besten Lösungen. Zur Auswahl stehen:
Töpfe und Pflanzkübel mit Wasserspeicher (Anstau-Bewässerung)
Bewässerungskegel aus Ton oder Keramik
Bewässerungskugeln (Durstkugeln)
Automatische Tröpfchenbewässerungssysteme
Tonkegel funktionieren so, dass sie das Wasser aus einem separaten Vorratsbehälter nach und nach direkt an das Substrat abgeben. Die Pflanze erhält dadurch genau so viel Feuchtigkeit, wie sie benötigt.
Unser Trick mit der Schnur und der Plastikflasche
Dies ist einer der beliebtesten DIY-Tricks für die Urlaubszeit. Sie benötigen lediglich:
Eine große Plastikflasche oder einen Wassereimer
Eine Baumwollschnur oder ein dickeres Seil aus Naturmaterial
Stecken Sie ein Ende der Schnur in das Gefäß mit Wasser und das andere Ende einige Zentimeter tief in die Erde des Blumentopfs. Durch die Kapillarwirkung wandert das Wasser langsam am Faden entlang und hält das Substrat feucht.
Tipp: Testen Sie das System am besten schon einige Tage vor der Abreise, um die Funktionsweise zu überprüfen.

Umgedrehte Plastikflasche für langsame Bewässerung
Ein weiterer unkomplizierter Trick ist die Wiederverwendung alter Plastikflaschen. Füllen Sie die Flasche mit Wasser, stechen Sie ein paar kleine Löcher in den Deckel und stecken Sie sie kopfüber in die Erde. Das Wasser sickert nun langsam in das Substrat und versorgt die Pflanze über mehrere Tage hinweg. Für größere Töpfe verwenden Sie eine große Flasche, für kleinere entsprechend eine kleinere.
Kapillarmatten
Kapillarmatten (oder Bewässerungsvliese) sind eine hervorragende Lösung für eine größere Anzahl von Pflanzen.
Wie funktioniert das? Sie legen die Pflanzen auf eine spezielle, saugfähige Matte, deren eines Ende in ein Wasserreservoir ragt. Die Matte saugt sich mit Feuchtigkeit voll, und die Pflanzen bedienen sich über die Drainagelöcher ihrer Töpfe ganz nach Bedarf. Ein solches System kann die Wasserversorgung oft über mehrere Wochen sichern.
Für höhere Luftfeuchtigkeit sorgen
Sommerhitze bedeutet in der Wohnung oft auch trockene Luft. Vor der Abreise können Sie:
Die Pflanzen gründlich mit Wasser besprühen
Schalen mit feuchtem Blähton aufstellen
Die Pflanzen gruppieren
Einen Luftbefeuchter mit Zeitschaltuhr nutzen
Eine höhere Luftfeuchtigkeit reduziert den Stress für die Pflanzen und verhindert, dass die Blätter zu schnell austrocknen.
Verblühte Blüten und beschädigte Blätter entfernen
Eine Pflanze investiert viel Energie und Wasser in den Erhalt von Blüten. Entfernen Sie daher vor der Abreise:
Verblühte Blütenköpfe
Gelbe Blätter
Beschädigte Pflanzenteile
So spart die Pflanze wertvolle Ressourcen und übersteht die Zeit ohne regelmäßige Pflege deutlich besser.

Kurz vor dem Urlaub nicht mehr düngen
Auch wenn es logisch erscheinen mag, der Pflanze vor der Abreise noch eine „Stärkung“ zu gönnen – das Gegenteil je der Fall. Dünger regt das Wachstum neuer Triebe an, was wiederum den Wasserverbrauch massiv in die Höhe treibt. Verzichten Sie daher kurz vor dem Urlaub auf das Düngen und setzen Sie die Nährstoffgabe erst nach Ihrer Rückkehr fort.
Einen Freund oder Nachbarn um Hilfe bitten
Wenn Sie längere Zeit verreisen, ist die sicherste Lösung die Hilfe einer Vertrauensperson. Bereiten Sie eine kurze Anleitung vor:
Welche Pflanzen brauchen mehr Wasser?
Welche benötigen weniger?
Wie oft sollte gegossen werden?
Worauf ist besonders zu achten?
Unser Tipp: Beschriften Sie die Töpfe einfach mit kleinen Notizzetteln oder bunten Aufklebern!

Was ist nach der Rückkehr aus dem Urlaub zu tun?
Sobald Sie aus dem Urlaub zurück sind, sollten Sie Ihre Pflanzen zuerst gründlich inspizieren. Achten Sie auf:
Trockene oder herabhängende Blätter
Anzeichen von Staunässe oder Überwässerung
Eventuellen Schädlingsbefall
Gießen Sie ausgetrocknete Pflanzen nicht sofort mit einer riesigen Menge Wasser auf einmal. Wenn das Substrat sehr trocken ist, feuchten Sie es schrittweise in mehreren Etappen an. Die meisten Zimmerpflanzen erholen sich nach einigen Tagen der richtigen Pflege erstaunlich schnell.
Zimmerpflanzen brauchen keinen Sitter, sondern lediglich ein wenig Vorbereitung. Mit der richtigen Bewässerung, dem passenden Standort und ein paar einfachen Tricks überstehen sie eine mehrtägige oder sogar mehrwöchige Abwesenheit problemlos.
Wenn Sie sich vor der Abreise ein wenig Zeit für die Vorbereitung nehmen, werden Sie nach Ihrer Rückkehr von gesunden, grünen und prachtvollen Pflanzen begrüßt – und können Ihren Urlaub völlig unbesorgt genießen.















